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    Aufgabe der Methadon- und Drogenambulanz

    Aufgabe der Methadon- und Drogenambulanz

    PRESSEDIENST Düsseldorf - Düsseldorf, den 16.05.2017

    An die VertreterInnen der Düsseldorfer Medien

    Aufgabe der Methadon- und Drogenambulanz

    In Gremiensitzung am Mittwoch wird über die Planungen informiert

    Die städtische Drogen- und Methadonambulanz ist als Projekt unter schwierigen Umständen gestartet. Sie steht heute bei der Politik und bei dem Kooperationspartnern für eine qualifizierte Arbeit und oft auch als Gegenmodell zur Substitution im ärztlichen niedergelassenen Bereich.

    Jetzt soll die Methadon- und Drogenambulanz Anfang nächsten Jahres aufgegeben werden. Bisher waren die Planungen nur verwaltungsintern vorangeschritten, ohne die Poltischen Gremien einzubeziehen.

    „Nach unseren Informationen soll der Gesundheitsausschuss in der nächsten Sitzung darüber informiert werden. Die Planungen scheinen aber soweit fortgeschritten, dass eine Transparenz des Prozesses nicht gegeben ist ", so Britta Wortmann, ver.di Sekretärin.

    Die Verwaltung beabsichtigt die Schließung der städtischen Drogen und- Methadonambulanz unter Beibehaltung der Psychosozialen Betreuung (PSB) von Substituierten. Gleichzeitig zieht sich das Gesundheitsamt aus der niederschwelligen medizinischen Grundversorgung im Drogenhilfe-Zentrum, die durch das Land NRW refinanziert wird, zurück. Gleichzeitig soll das betreute Wohnen für substituierte Mütter aufgegeben werden.

    „Ausgerechnet einen Bereich, der durch das Land NRW refinanziert wird, privatisieren bzw. aufgeben zu wollen, macht das abwegige Vorgehen der einzelnen Projekte in „Verwaltung 2020" deutlich und ist gleichzeitig wieder ein Beispiel für die Absenkung der sozialen Standarts der Stadt Düsseldorf", so Wortmann weiter. „Gerade vor der in den letzten Wochen veröffentlichen Statistik der Drogentoten, die bundesweit um 9% gestiegen ist, bedarf es in diesem Bereich einer Stärkung statt einer Aufgabe."

    Die Versorgung und die damit verbundene Fragenstellung von nicht Krankenkassenversicherten ist abschließend nicht geklärt. Sie wird der Stadt Düsseldorf aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Kosten verursachen, da in diesen Fällen von einer Abrechnung als Privatpatient ausgegangen werden muss.

    Bei der Methadon- und Drogenambulanz arbeiten Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, medizinisches Fachpersonal und eine Kinderkrankenschwester eng zusammen. Sie begleiten Menschen durch medikamentöse Substitutionsbehandlung mit einem Drogenersatzstoff. Sie helfen ihnen damit zu einer erheblichen Verbesserung ihrer gesundheitlichen und sozialen Lebenssituation und sorgen dafür, dass auch Folge- und Begleiterkrankungen erfolgreich mit behandelt werden können.