Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Schulische Auszubildende im Gesundheitswesen fordern Bezahlung

    Schulische Auszubildende im Gesundheitswesen fordern Bezahlung

    Starker Auftritt – jetzt dran bleiben

    #unbezahlt und pleite – das wollen die Auszubil­denden in sogenannten schulischen Gesundheitsberufen nicht länger sein. Deshalb haben Auszubildende der Universi­tätskliniken in Nordrhein-Westfalen in der Tarifrunde der Länder Druck gemacht. Hunderte beteiligten sich an Aktionen und Warnstreiks.

    400 Azubis und junge Beschäftigte waren bei der großen Demonstration am 9. Februar in Düsseldorf nicht zu über­sehen. Fast 50 Auszubildende fuhren am 16. Februar nach Potsdam, um am Verhandlungsort Flagge zu zeigen. Etliche sind Mitglied bei ver.di geworden, weil sie erfahren, wie viel sich gemeinsam bewegen lässt.

    Denis Schatilow Viktor Novoselsky Denis Schatilow

    Damit haben die jungen Kolleginnen und Kollegen das Thema auf die Agenda der Tarifparteien gesetzt. Ab April ver­handeln die Spitzen von ver.di und des Arbeitgeberverbandes der Länder über die Einbeziehung schulischer Ausbildungsgänge in den Geltungsbereich der Tarifverträge. Mit dabei: Zwei Vertreter/innen der Auszubildenden. ver.di gründet eine spezielle Verhandlungskommission der Auszubildenden, die die Gespräche eng begleitet.

    Die Aktionen während der Tarifrunde haben alle unsere Erwartungen übertroffen. Der Jugendblock auf der NRW-weiten Demo am 9. Februar in Düsseldorf war grandios. Die Leute haben super Stimmung gemacht und gezeigt: Wir wollen nicht länger unbezahlt arbeiten. An diesem einen Tag sind allein in der Düsseldorfer Uniklinik fast 50 schulische Auszubildende bei ver.di eingetreten. Damit haben wir erreicht, dass sich die Verhandlungsspitzen jetzt speziell mit dem Thema befassen. Das ist richtig toll. Klar, am liebsten hätten wir den Tarifvertrag sofort. Aber wir lassen nicht locker und geben weiter Vollgas. Wir können es schaffen. Gut, wenn sich jetzt noch mehr Azubis einbringen.“
    Denis Schatilow (22) hat vor Kurzem seine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Radiologie Assistenten (MTRA) am Düsseldorfer Uniklinikum abgeschlossen.

     Sylvia Bühler: "Arbeit darf nicht krank machen."krank machen!" DIE HOF FOTOGRAFEN Sylvia Bühler

    „Ich bin sehr beeindruckt und begeistert, wie entschlossen die jungen Kolleginnen und Kollegen ihre Interessen vertreten. Unüberhörbar und mit bunten Aktionen haben die schulischen Auszubildenden der Unikliniken dafür gesorgt, dass die Arbeitgeber mit ver.di für sie Tarifverhandlungen führen. Mit dem Ausnutzen von Azubis als unbezahlte Arbeitskräfte muss Schluss sein. Dass wir so weit gekommen sind, ist vor allem dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen aus Nordrhein-Westfalen zu verdanken. Gemeinsam bleiben wir jetzt dran und beteiligen Azubis unmittelbar über eine spezielle Verhandlungskommission. Gut, wenn weitere Unikliniken in die Auseinandersetzung einsteigen. Solidarität hilft, unsere Forderungen durchzusetzen. Die Berufsgruppen stehen zusammen, das macht sie stark. Denn wir alle sind das Krankenhaus.“
    Sylvia Bühler ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und leitet den Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen.

    Jetzt haben wir die Chance, endlich eine Ausbildungsver­gütung durchzusetzen. Das ist längst überfällig. Denn die Kolleginnen und Kollegen erbringen durch hohe Praxisanteile wichtige Leistungen, die mit den Krankenkassen abgerechnet werden – davon sehen sie selbst aber keinen Cent. Alle wissen: Ohne Medizinisch-Technische Assistent/innen, Physiotherapeut/innen, Diätassistent/innen, Orthoptist/innen, Logopäd/innen und Ergotherapeut/innen funktioniert kein Krankenhaus. Auch sie brauchen eine gute und attraktive Ausbildung. Dazu gehört eine angemessene Vergütung.

    Wir bleiben dran. Noch nie waren wir dem Ziel näher, die Vergütung schulischer Auszubildender durchzusetzen. Je mehr Druck aus den Betrieben kommt, umso schneller bewegen sich die Arbeitgeber. Je besser wir organisiert sind, desto mehr können wir erreichen. Deshalb: Mach auch du mit bei ver.di!

    Gemeinsam erreichen wir mehr.
    Deshalb: Mach stark, was Dich stark macht – werde ver.di-Mitglied!